Asien map

17'007 km's

998 hours

↗ 137'584 hm

The asian plan.
  •   2. HK - Frauenfeld
  •   1. Capetown - Kampala
Africa map

17'007 km's

998 hours

↗ 137'584 hm

The african plan.
  29. March 2015 - Arrived back home and stay a bit.
Kambodscha
◴ 18. Februar 2014 - 10. März 2014 (Veröffentlicht: 13.03.2015)   Roadmap
Just on the road.
Cambodia
Tag 379, ich nächtige in einem weiteren Zimmer das ich Morgen gerne verlassen werde. Beim Gedanken daran welche Arten von Einrichtungen ich in all den Zimmern gesehen habe, wird mir fast schwindlig. Heute gibt es zum Beispiel Pandabären und Elefantenmuster auf der Bettwäsche garniert mit einer Prise Moderduft. Wie reizend. So gut es geht richte ich mich gemütlich ein und schreibe aus dem letzten Land Kambodscha.

Weitaus mehr heimelig eingerichtet fand ich Simon’s Wohnung in Phnom Penh vor. Wir kennen uns vom Kaffeetratsch beim letzten Arbeitgeber. Bei meiner Ankunft übergibt er mir den Wohnungsschlüssel, einen Elektro-Tennisschläger gegen die Mücken und quartiert mich in sein Gästezimmer ein. Klasse. Hier gefällt’s mir für die nächsten Tage. Simon und Claire wundern sich, als ich nach mehreren Tagen Rumliegen immer noch kein Bedürfnis habe die Stadt zu erkunden. Nein, mir reicht das Ausgehen zum Dinner mit ihnen und den Tag hindurch mich auf der Lesecouch breit zum machen ☺ Phnom Penh hält das Versprechen von „Good food“. Die unzähligen Ausländer (angestellt bei NGO’s und Co.) haben Supermärkte mit grossem Angebot angelockt. Es fehlt an Nichts und so können die Restaurants die westlichen Stadtbewohner mit ihren gewohnten Leckereien versorgen.

Die Kambodschaner sind ein überaus freundliches und vertrauenswürdiges Volk. Ich strecke zum Beispiel meistens beim Bezahlen mein Tagesgeldbündel hin und sie nehmen sich was es kostet. Diese Bezahlart klappte sonst nur noch in China. Ob das Vertrauen dafür vorhanden ist, findet man ziemlich schnell heraus. Zudem arbeiten die Kambodschaner hart für ihr Brot. Ihre Präsenzzeiten für mies bezahlte Jobs überschreiten meistens die 12h Marke. Ein Beispiel dazu liefert mir die Bardame: 250$ im Monat bekommt sie für das Servieren von Frühmorgens bis Spätabends. Unglaublich diese Arbeitsbedingungen und der Verdienst dafür! Unwissend war ich auch über die blutige Geschichte Kambodschas. Vor ca. 30 Jahren hat die an der Macht stehende Rote Khmer gleichermassen wie im 2. Weltkrieg alle Gebildeten vertrieben oder getötet und die Arbeitsfähigen zu Bauernarbeit gezwungen. Kambodscha fehlt heute eine Generation, dessen Bevölkerung aus mehrheitlich jungen Leuten besteht, die den Konflikt nur aus der Geschichte kennt.

Nach 5 Tagen mag ich mich aus der Leseposition erheben und wechsle zurück in den Sattel. Simon fliegt bald in die Schweiz und mich reizen die südlich gelegenen Strände. Hier nochmals Dank für den unkomplizierten Aufenthalt!

Entlang eines Nebenarms vom Mekong führt die Strecke flach zur Südküste. Es macht Spass hier unterwegs zu sein. Von einer dunkelblau-schwarzen Wolke bin ich ganz angetan. Endlich etwas Stimmung am Himmel welcher sich sonst Tag ein Tag aus von seiner besten Seite in hellblau mit grellem Sonnenlicht zeigt. Zwei Tage dauert die Fahrt über verkehrsarme Landstrassen. Es ist heiss. Manche Streckenstücke sind fies asphaltiert. Es rüttelt ständig und der Schmerz im Nacken lässt nicht lange auf sich warten. Im Ort Kep hält es mich einige Tage fest. Ein verschlafenes Nest am Meer mit Charme das zum Verweilen einlädt. Für 10$ kriege ich ein Zimmer direkt mit Meerblick. Dazu gehören auch die Hängematten, in denen ich mein Morgenkaffee schlürfe. Lesen am Morgen dann kommt der Gang in den Sailingclub, der mich mit seiner Speisekarte gefangen hält. Gestärkt übe ich mich jeweils anschliessend am Ruder eines Hobby-Katamarans. Die erste Probelektion habe ich hinter mir und bin nun alleine auf See. Das klappt ganz gut. Zumindest finde ich ohne Mann- und Materialschaden wieder in den Hafen zurück. Zu einem weiteren Vergnügen wollen mich drei Kambodschaner einladen. K-TV nennt sich die Unterhaltung, bei der in einer Bar Songs gesungen werden. Auch bekannt als Karaoke. Bei uns eher ein albernes Getue, aber für sie eine populäre Art zum Ausgehen. Sie präsentieren mir detailliert die Kosten, die für mich entstehen würden. Aha, Singen kostet also?!? 5$ der Eintritt und 5$ für eine Dame. Eine Dame?!? Die Dame würde mit mir Singen, mir Bier bringen und mein Kopf massieren. Wow, das tönt gut. 10$ für Bier, Massage und das mit dem Singen könnte ich ja noch Ausschlagen. Aber ich kneife, als er mir die 5km lange Motorradfahrt zur Singbühne erwähnt und gehe ohne Kopfmassage ins Bett. Einen letzten Blick über Kep werfe ich von einem Hibiskus-Baum. Im Sicherungsgurt klettere ich im Stammesinnern in die Baumkrone und geniesse oben angekommen Urwaldgeräusche und den Blick in die Ferne. Am folgenden Morgen drehen wieder die Räder. Aber nur kurz.

Ja, ich bin in Ferienstimmung und geniesse irgendwo fix installiert zu sein. Otres Beach heisst die nächste Oase, die mich länger im Griff hat. Sandstrand in unendlicher Länge, Sonnenuntergänge vom Feinsten und 100m davon entfernt Wohnen halten mich hier fest. Ein weiteres Mal spiele ich Kapitän und bin froh nicht auf dem Katamaran vor mir zu sein. Die Dänen knallen noch im Hafen auf ein Motorboot. 250$ kostet der Kratzer im Lack. Zum Glück war es nicht die Megayacht von Abdul Bangule Cangule ☺ Auch das Herumliegen macht durstig. Die Ananas- und Mango-Saison liefert Nachschub für die unzähligen Shakes, die mir die Kehle kühlen. Einfach paradiesisch ist es hier. Meine amerikanischen Zimmernachbarn nehmen mich in ihre Runde auf. Fortan quatschen wir zu fünft über unsere Reisen. Ihre Geschichten aus 2 und 1 ½ Jahren Reisen liefern viel Neuland für mich, dass es zu erkunden gäbe. Sie bleiben eine Weile hier, um sich Gedanken über das Geldverdienen in der Zukunft zu machen oder das andere Pärchen füllt ihr Sparschwein in der Nacht mit Online-Arbeit. Meine Arbeit ist es nun in der restlichen Zeit nach Bangkok zu kommen. Es soll heissen, der Grenzübergang an der Küste habe es in sich...

Ein Vorbote was mich erwarten wird, kommt mir auf flacher Strecke entgegen. Der in Chang Mai lebende Radler ist ganz entrüstet über dass was er die letzten Tage erlebt hat. Unglaublich, der Strassenrand sei mit Sand überzogen und einige Teilabschnitte nicht asphaltiert! Sowas gäbe es in Thailand nicht! Perfekter Asphalt habe es dort. Mit seinen Rennradreifen drücke er normalerweise 150km am Tag. Aha. Es sei seine erste Tour und ist aufgewühlt sein Ziel nicht erreicht zu haben. Junge Junge, 150km am Tag und Rennradreifen mit 29mm Breite sind vielleicht nicht die richtige Wahl für Asien und Du wirst sehen, dass die Welt noch anderes als perfekte Asphaltstrassen zu bieten hat. Nun gut, sein Puls fiel sichtlich als er seine Sorgen losgeworden ist. Ich war froh über seinen Tipp genug Wasser mitzunehmen. Kaum Mühe bereiteten mir die paar 100m Sand und der 200m lange nicht asphaltierte Teil. So viel zum Lage einschätzen. Ich bin für diesen Abschnitt extra früh los. Um 5:00 sass ich im Sattel. Trotzdem hat mich die Sonne ganz schön ins Schwitzen gebracht. Fünf 1.5l PET Flaschen brauchte ich zur Kühlung und war am Abend immer noch durstig. Ja, es war eher eine Tortur die 140km. Ein Lichtblick im heissesten Abschnitt war der Glockenton eines Eiswagens. Rundum gab es nichts. Nicht einmal einen Baum mit Schatten. Nur der Eisverkäufer mit seinem Seiten-Eiswagen-Motorrad stand hier auf glühend heisser Strasse und verkaufte mir das genüsslichste Eis dieser Reise. Kaum bezahlt düste er weiter, um den nächsten überhitzten Kopf zu kühlen. Die Achterbahnfahrt über Hügelkuppen dauerte bis zur Grenzstadt Koh Kong an, wo ich vom Fahrrad mehr oder weniger gleich ins Bett fiel.

Wieder frisch und munter liessen sie mich nächsten Tags problemlos nach Thailand einreisen. Hier freue ich mich ein letztes Mal ein paar Tage aneinander unterwegs zu sein und dass wie versprochen auf feinstem Belag ☺