Asien map

17'007 km's

998 hours

↗ 137'584 hm

The asian plan.
  •   2. HK - Frauenfeld
  •   1. Capetown - Kampala
Africa map

17'007 km's

998 hours

↗ 137'584 hm

The african plan.
  29. March 2015 - Arrived back home and stay a bit.
South Vietnam & Mekong Delta
◴ 4. Februar 2015 - 17. Februar 2015 (Veröffentlicht: 23.02.2015)   Roadmap
Floating market in Can Tho.
Vietnam
Nach der Grenze zu Laos werden die Strassen breiter und das aggressive Hupen ist zurück. Auf den Hügeln stehen nur noch einige Baumwaisen, das restliche Land liegt wegen grossflächigem Roden brach. Nach der einen oder anderen Dschungelfahrt in Laos muss ich mich an diesen Anblick erst gewöhnen. Um meine Radlerfreunde Lui & Anna in Ho Chi Minh vor ihrer Weiterreise noch zu erreichen, nehme ich hier den Weg über die Hauptstrasse. Das geht wohl am schnellsten. Doch viele Abschnitte befinden sich noch im Bau. Oft fahre ich über das Strassenfundament, welches aus klobigen Schottersteinen besteht. Unglaublich staubig sind die ersten drei Tage. Ich schreibe es hier gleich noch einmal: Es ist verdammt staubig und die Luft ist stickig. Wegen dem Kahlschlag der Bäume trägt der Wind viel Staub über das Land. Ein Reisender aus China hat erbarmen mit mir und schenkt mir bei einem kurzen Schwatz eine Schleifmaske. In Asien sind solche Atemmasken der Renner und längst ein Modeartikel. Ich nenne sie die asiatische Burka. Derart vermummt fahren die Asiaten mit aufgesetzter Sonnenbrille, Hut und Nase-Mund-Masken auf ihren Mopeds durch die Gegend. Ich kriege aber kaum Luft unter diesem Ding und lege sie deshalb wieder beiseite. Meine mentale Motivationsmaschine arbeitet bei der anstrengenden Fahrt auf Hochtouren um meinem Tun noch etwas Freude abzugewinnen. Nach den ersten drei Tagen muss ich pausieren. Es sucht mich gegenüber Afrika ein leichter Durchfall heim und meine Schleimdrüsen laufen ununterbrochen, um den Dreck aus dem Körper zu schaffen.

Die Bewohner in dieser Gegend sind oft gereizt und kommen mir etwas rüpelhaft vor. Die Baustellen dürften dabei ihren Einfluss haben. Ich komme meistens beim Essen oder Schlafplatz Organisieren mit Damen in Kontakt. Was die mir für Mienen schenken, unglaublich! Sie wirken sehr janusköpfig, mit ihren zwei Gesichtern aus dunkler oder strahlender Miene. Ein Lächeln bekommt man erst wenn die Geldscheine in ihren Händen liegen und das nur kurz, den oft können sie mir nicht mehr in die Augen schauen, weil sie den Preis dermassen in die Höhe getrieben haben. Deshalb setzt sich bei mir erneut ein Vorurteil ab, dass dich hier jeder übers Ohr hauen will und vieles auch 50% günstiger zu haben wäre. Das nervt und auf die Dauer ist das ermüdend. Anyway, ich halte nach einem Tag Kurzaufenthalt in Buon Ma Thuot weiter auf Ho Chi Minh zu.

Am nächsten Tag liegt quer zur Fahrstrasse am Fahrbahnrand ein lebloser Körper. Die Fahrzeuge brausen an ihm in hohem Tempo vorbei, als wäre dies ein alltäglicher Anblick. Ich halte. Sein Kopf liegt in einer Blutlache. Beim näher treten hebt er wenigstens den Kopf und blickt mir in die Augen. Er lebt noch und scheint halbwegs bei Bewusstsein. Ich rufe dem Nachbarn über die Strasse er soll rüberkommen, aber der gibt mir zu verstehen ich solle weiterziehen. Alles sei okey, meint er. Ich denke: Gar nichts ist hier okey. Wenigstens hat er ihn bemerkt und sich über seinen Zustand vergewissert. Ich versuche weitere Male ihn zum Rüberkommen zu bewegen aber er winkt mir nochmals zu ich solle weiterziehen. Das tue ich dann auch, aber trage den Anblick noch bis am Abend mit mir mit. Der Kerl wird’s überleben. Auch der Herr der am folgenden Tag am Strassenrand eine Herzmassage bekommt ist beim Blick zurück wieder daran sich zu bewegen. Dank meiner hinteren Tasche komme ich zum Glück unverletzt bis nach Ho Chi Minh. Unbedingt wollte ich auf einer Brücke ein Foto von einem Blumenboot schiessen. Ein Motorrad knallte beim Anhalten in die linke Tasche und riss diese ab. Meine Wade blieb dabei verschont. Es halten wohl nur Idioten hier auf dieser dicht befahrenen Brücke. In meinem ‚Oberstübli’ zogen aber danach sehr dunkle Wolken auf, den der Typ drückte aufs Gas und verschwand im dichten Motorradverkehr. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich das Vietnam satt. Bei so viel Verkehr, Dreck und dem ewigen Fighten um die Geldscheine empfand ich Vietnam eher als ‚Unvergnügen’.

In Ho Chi Minh spitzte sich die Verkehrslage wegen der Motorraddichte nochmals zu. Wahnsinn, welche Blechlawinen sich hier durch die breiten Strassen quälen. Unglaublich in welcher Umgebung sich hier der Mensch fortbewegt und zum Teil auch lebt. Eine Kanalbrücke hochzustrampeln, ist ein kleiner Kraftakt. Die Luft ist dermassen mit Stickoxiden geschwängert, dass ich trotz leichten Gängen nach Luft ringe und schnaufe wie ein Bär. Ich finde nach der Fahrt ins District 6 eine Bleibe für die nächsten Tage und liege die erste Stunde platt in der horizontalen Lage.

Später treffe ich mich mit Lui & Anna zum Dinner. Beim Wiedersehen nach fast 2 Jahren stehen die beiden vor offenen Velokartons und demontierten Bikes. Für sie ist hier die 1. Etappe ihrer Reise geschafft. Ihre Fahrräder werden verpackt und fliegen nach Berlin. Sie steigen in die Eisenbahn in Peking. Ein guter Plan ☺ Natürlich gibt es viel über unsere unterschiedlichen Radreisen zu erzählen, wobei sich bei mir simultan nächste Reiseideen entwickeln. Ja, in den Pamir würden sie auch nochmals mitkommen. Wer weiss vielleicht klappts... An meinem letzten Tag in Ho Chi Minh reist Mingu mit Tien für die Hochzeitsfeier ihres Bruders aus der Schweiz an. Lui & Anna schmeissen sich ebenfalls in Festtagskleidung und wir verabschieden uns bis Ende Mai, wo sie wieder in der Schweiz zurück sein möchten. Ich bin froh am nächsten Tag die Stadt verlassen zu können und hoffe im Mekongdelta etwas mehr Sauerstoff zu finden. Auf Karten habe ich mehrere Brücken und Fährverbindungen über die Abflussarme vom Mekong ausgemacht, über die ich die weitläufige Flusslandschaft erkunden kann. Ein paar mal finde ich mich wieder in den Motorradschwärmen, aber meistens fahre ich auf Nebenstrassen durch ruhige Gegenden. Es gefällt mir sehr gut. Nach langer Zeit im Inland stellt sich beim Anblick von Wasser wieder eine geschätzte Gelassenheit ein, die ich nur an Flüssen, am Meer oder an Seeufern empfinde. Unzählige Boote schippern Waren flussauf- oder abwärts. Viele sind aus Holz gebaut. Glasfaser oder Stahlkonstruktionen sichte ich nur selten.

Bei den ersten Fähren muss ich schmunzeln. Ja es ist möglich, dass auch in einem Drittweltland Fähren fahren. In Afrika ist der Fährfahrplan mit viel Ungewissheit verbunden. Gibt es die Fähre noch? Fährt sie heute? Um 8:00 oder erst um 16:00? Vorausplanen ist dort fast unmöglich. Man muss zum Pier und erst wenn sich zwischen dir und dem Wasser eine schwimmende Stahlplatte befindet, ist es mehr oder weniger sicher, dass sich diese auch noch fortbewegt. Anders im Mekongdelta. Hier werden manche Stellen mit über 5 Fähren bedient. Unglaublich. Über die sehr breiten Flussarme dauern die Überfahrten bis zu 10 Minuten. Die Wasserfarbe ist mancherorts unappetitlich dunkel grün-grau und mit Unmengen von Toxinen verschmutzt. Trotzdem ist der Fluss die Lebensader für Mensch und Tier im Delta. Viele Vietnamesen leben auf ihren Booten, welches meist auch gleich ihr Arbeitsplatz für Fischfang oder Gütertransport ist. Es ist spannend hier zu radeln. Überall gibt es viel Neues zu entdecken und wenn die Müdigkeit kommt, legt man sich in einem Kaffee in eine Hängematte und schlürft eine Cola direkt am Flussufer. Am Nachmittag wird man meistens von der schwülen Hitze fast erschlagen. Mit Fahrtwind komme ich damit irgendwie klar, aber die Bewohner flüchten zwischen 12:00 und 16:00 in den Schatten und ruhen. Unerwartet wächst hier viel Weizen. Der warme Duft von Korn erinnert mich an die Sommermonate zuhause und lässt mich studieren wie wohl meine Rückkehr aussieht.

In Can Tho lasse ich mich samt Fahrrad zu einem Floating Market schippern, wo das Markttreiben zwischen Booten stattfindet. Jedes Boot ist spezialisiert auf ein Gut oder ist ein schwimmender Supermarkt. Auch die Mahlzeiten kommen per Boot angeliefert. Eines bietet Nudelsuppen an, bei einem anderen gönne ich mir ein Sandwich. Bei der Rückfahrt in die Stadt döse ich vor mich hin. Bei konstantem Motorengeräusch und Wellen die ans Boot klatschen, fliegen meine Gedanken ziemlich weit Weg. Durch einen Ruck im Boot beim Anlegen am Dock werde ich zurückgeholt und steige in den alt bekannten Sattel. Beim Streckenabschnitt Long Xuyen bis nach Chau Doc kann wie in Europa von einem Flussradweg gesprochen werden. Die Strecke führt über viele Brücken und wenige Meter vom Wasser entfernt am Mekong entlang. Ich komme durch viele Dörfer deren Häuser auf Pfählen am Ufer gebaut sind. Speziell für das kommende Neujahrsfest ist der Weg mit unzähligen Nationalflaggen und leuchtend gelben Blumen geschmückt. Ein Prachtstag für mich und wohl einer der schönsten seit Start in Asien.

Vor der Grenze in Chau Doc verlade ich mein Bike für die letzte Strecke bis nach Phnom Penh auf eine Fähre. Ich erhoffe mir durch die Bootstour noch mehr vom Mekong zu sehen. Erst geht es durch einen Nebenarm, dann auf den breiteren Hauptarm, wo es am Ufer leider selten etwas zu sehen gibt. Der Schiffsverkehr wird weniger und nach der Grenze gehört der Fluss uns ganz alleine. Unter lautem Motorengeknatter prescht das Speedboot nach Phnom Penh vor. Nächstes Mal würde ich den Radweg bevorzugen. Nach knapp 5 Stunden erreichen wir die Docks der kambodschanischen Hauptstadt. Ruhig ist es hier. Im Gegensatz zum Nachbarland gibt es kaum Verkehr und ‚Oh Wunder’, atmen ist auch ganz gut möglich. Vor meinen letzten Abschnitt bis nach Bangkok raste ich hier bei einem Arbeitskollegen und fülle meine Batterien in westlichen Restaurants auf.



North Vietnam
◴ 26. Dezember 2014 - 13. Januar 2014 (Veröffentlicht: 21.01.2015)   Roadmap
What a lovely ride after Hanoi. Dirt, dirt and more dirt.
Vietnam
Erste Vietnamesen winken mir zu und wünschen mich herzlich Willkommen. Die fast Mimik losen Gesichter aus China werden durch Lachende ersetzt. Mein Grenzübergang Schlamassel ist bei diesen netten Gesten schnell vergessen. Zur Verdauung sitze ich nach dem Mittagessen in einer vietnamesischen Männerrunde. Es wird zuerst Tee serviert und mir gleich die einzige Frau zur Heirat angeboten. Ah ein Ring am Finger stört einfach beim Velofahren...Wie in China röchelt ab und zu eine Bambusrohrpfeife wenn wieder Tabak inhaliert wird. Als Startschuss für den Nachmittag fliessen noch zwei Gläser Selbstgebrannten den Rachen hinunter. Mir wird warm in der Magengegen und ich freue mich Neues zu entdecken. Ich folge einer leicht fallenden Strasse entlang einem Fluss, der ins Südchinesische Meer mündet. Der Hauptverkehr zweigt schon früh Richtung Hanoi ab. Ich und ein paar Motorräder bleiben übrig und teilen uns die Route durch Hügellandschaft mit saftigem Grün. Am späten Nachmittag beginnt es zu nieseln. Nicht weiter tragisch bei angenehmen 20°C. Bei einer Familie komme ich im zweiten Stock unter und darf mich an ihrem Abendessen satt essen. Dazu kommt wieder der Kanisterschnapps, bei dem nicht gespart wird. Leider fehlt mir auch hier die Sprache um sich ein wenig auszutauschen. Die lateinischen Schriftzeichen sind zurück, was bei manchen Wörtern zumindest erahnen lässt was dahinter steckt.

Mit dem Umweg über die Südküste erhoffe ich mir einige Blicke auf die Karstfelsen in der Halong Bay zu erhaschen. Diese Felseninseln sind Heimat einer Gruppierung von Vietnamesen, die ihre Dörfer auf schwimmende Plattformen bauen, und gehören zur Hauptattraktion für Besucher in Hanoi. Nach Abwarten von gut Wetter in Ha Long, schiffe ich mit einer Fähre über nach Cat Ba Island. Bei Abendlicht geniesse ich die Stimmung in diesem Labyrinth von Felsenkegeln und die anschliessende Fahrt zum Schlafplatz an der Südspitze der Insel. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass man hier auf einem Boot länger verweilen könnte, aber auf Cat Ba hält mich schlussendlich nichts fest. Am zweiten Tag darauf finde ich mich in Hanoi in einem Wirrwarr von Motorrädern wieder. Schon von weitem sieht man die Smogwolke über den Dächern von Hanoi schweben. Im Stadtzentrum wird mir klar warum. Hier zählt wohl jeder Bewohner ein Scooter sein Eigentum, mit denen es sich in den engen Gassen am einfachsten fortbewegt. Trotzdem wagen sich manche mit ihren vierräderigen Luxuskarossen in dieses dichte Gedränge. Viel Spass wünsche ich.

In einem Backpackers ruhe ich mich ein paar Tage aus, wenn man hier überhaupt von Ruhe sprechen kann. Nach den ersten Tagen fällt es mir leichter die ewigen Motorengeräusche auszublenden. Unglaublich, wie die Ladenverkäufer und Kellner diesen Lärmpegel und Smog täglich managen. Gesund ist das bestimmt nicht. Ich bin froh in der Stadt nichts ausserordentlich Interessantes zu finden und geniesse: „You have just to be where you are“. Dabei hilft mir ab dem dritten Tag Bart. Mein Fahrrad verrät ihm mein Standort. Er kommt aus den Niederlanden und erholt sich ebenfalls von seinem Ritt in China. Wir kreuzen und queren zusammen den Old Town und polstern uns Energie für die Weiterfahrt. Bei unzähligen Gläsern Lemontea entscheiden wir uns die nächste Etappe nach Laos gemeinsam zu bestreiten.

Lieber spät als nie, kommen wir gegen Mittag nach weiteren Lemonteas endlich von der Stadt los. Man kann sich schnell an diese „immer was los“-Atmosphäre gewönnen. Ohne spektakuläre Manöver finden wir den Weg in die Suburbs und schliesslich aus der Stadt. Leider stimmt der Wetterbericht und die folgenden Tage werden grau und regnerisch. Bei Ankunft kochen wir als Aufwärmung jeweils einen Hotpot (ähnlich Fondue Chinoise mit zusätzlichen Nuddeln und Gemüse) und trocknen die durchnässten Sachen, so gut es bei diesem feuchten Wetter geht. Wir überqueren eine nebelverhangene Bergkette. Schweiss, Kälte und Nässe sammeln sich zugleich unter den Regenjacken. Solange wir in Bewegung sind behält die Körperwärme überhand. Der Kopf muss jetzt mehr arbeiten als sonst. Barts Tipp: „Don’t judge it“, hilft mir ein wenig all die Sonnentage aus Afrika zu verdrängen. Endlich wir sind oben und können mit der Abfahrt wieder ein paar Grad dazugewinnen. Trotzdem montiere ich auf halber Strecke meine Handschuhe. Permiere! Bei Hotpot und warmer Dusche sind alle Strapazen wieder vergessen. Neue Herausforderungen können kommen.

Die Strassen werden schmaler, die Dörfer kleiner und ein neuer Baustil kommt uns zu Augen. Auf Pfählen stehen komplett aus Holz gefertigte Wohnräume. Dabei kommt viel Bambus zum Einsatz der hier üppig auf allen Hügeln wächst. Fabriken stehen in dieser Gegend keine. Ihr Einkommen verdienen die ansässigen Bewohner entweder mit einem Minimarkt, sind Farmer oder selten betreibt einer eine Werkstatt. Wir schauen uns viel und gern die Gegend an oder gönnen uns reichlich Tee vor einem der Minimarkte. Gegen den Hunger verspeisen wir seit Hanoi massenweise Instantnuddeln und reichern sie mit Gemüse, Erdnüssen und Eiern an. Sinnvolleres finden wir nicht. Ab und zu eine Frucht, der restliche Junkfood kommt aus China und setzt sich an vietnamesischen Hüften/Bäuchen fest oder frisst sich in ihre Zähne.

Ein Grossbauprojekt sieht vor die schmale Strasse auf dem Weg zum Grenzübergang nach Laos zu verbreitern. Was wir nicht wissen, die Vietnamesen haben sich viel vorgenommen und wollen ihr Ziel auf direktem Weg erreichen. Anstatt etappenweise ein Strassenabschnitt fertig zustellen werden auf ca. 150km alle Seitenhänge mit Baggerschaufeln abgetragen. Dass dabei jede Menge Dreck anfällt dürfte klar sein und auch wo der teilweise zu liegen kommt. Bald klebt der rötliche Matsch zwischen Rad und Schutzblech. Bis in die Dunkelheit schieben wir unsere Räder zu einem Baustellencamp, wo wir für heute dem Schieben, Reinigen, Schieben, Reinigen ein Ende bereiten. Herzlich werden wir empfangen und dürfen auf einer Bambusbridge die Nacht verbringen. Nur das Einschlafen klappt nicht so recht, denn der Powergenerator 3000 XXL knattert lautstark vor sich hin und lässt eine Glühlampe über einem Kartenspiel leuchten. Mein Akt vom Ohrenstöpseln lässt sie vermuten dass es doch etwas zu laut sei zum Schlafen und sie wechseln oh Dank auf ihre Solartaschenlampe.

Wieder in voller Regen-Schlamm-Montur sitzen wir im Sattel. Wir biegen auf einen Pfad ab, der uns einige Kilometer von den Baustellen fern hält. Doch auch hier ist die Erde vom dreitägigen Regen aufgeweicht doch das Reinigen der Räder fällt weg. Wir queren Bäche, Mountain-biken über Steine und kommen durch viele Dörfer wo ich mich manchmal ins Mittelalter zurückversetzt fühle. Es wimmelt von Hühnern, Schweinen, Hunden und Gänsen. Dazwischen wird gekocht, gezimmert, gewaschen oder kurzum gesagt gelebt. Man sieht eine ganz andere Lebensweise auf einen Blick, dass ist wohl ein Grund warum es mich in fernes Land ohne Mauern und Zäune zieht. Unsere Hütte stellen wir heute am Wegrand auf. Kochen, eine Partie Schach und Schlafen - It’s that simple.

Gegen Mittag kommen wir zurück auf die Hauptstrasse zum Zoll mit Vorfreude auf besser fahrbaren Asphalt. Doch weit gefehlt. Was sich uns ab hier anbietet schlägt alles bisher für Bart seit den Niederlanden und für mich seit Kapstadt Gefahrene. Die Strasse ist hier, leider mit einer tonartigen Lehmmasse überzogen. Die 30 Kilometer zum Zollposten werden zur Tortur. Manchmal müssen wir zu zweit ein Rad vorwärts schieben, dann heisst es wieder „Cleanen“ und hoffen mit ein paar Pedalumdrehungen weiter zukommen. Nicht einfacher macht es die Steigung, die es zu überwinden gilt. Was in den Köpfen vorgeht weiss nur jeder von sich selbst. Ein Tami-Siech! kommt bei mir jetzt jedenfalls öfters vor als: Ouhh was für ein herrlicher Tag. Hungrig und erschöpft erreichen wir nach zwei weiteren Tagen im Schlamm den Grenzort Na Meo dem internationalen Eingangstor zu Laos. Diesmal habe ich den richtigen Übergang erwischt und hoffe dieser wird mit dem Strassenausbau tatsächlich zugänglicher für Internationals. Stolz diese Strasse mit dem Fahrrad bezwungen zu haben und Sonnenschein setzen wir nach Laos über.