Asien map

17'007 km's

998 hours

↗ 137'584 hm

The asian plan.
  •   2. HK - Frauenfeld
  •   1. Capetown - Kampala
Africa map

17'007 km's

998 hours

↗ 137'584 hm

The african plan.
  29. March 2015 - Arrived back home and stay a bit.
Busia - Mbarara
◴ 5. November 2014 - 17. November 2014 (Veröffentlicht: 01.12.2014)
Ankoa Kühe und ihre Hirten.
Uganda
50$ leichter überquere ich die Grenze nach Uganda und tausche meine restlichen Kenia- in Uganda-Schillings. Auf den ersten Blick hat sich kaum etwas verändert. Es dünkt mich die Muzungurufe seien ein bisschen abgeklungen. Bald stosse ich auf das übliche Gelände hier. An duzenden Hügel wird mein Durchhaltewille gefordert. Oben angekommen sieht man schon die nächste Herausforderung und auf welcher Kuppe man gleich stehen wird, wenn die nächste Geländesenke überwunden ist. Viel Grün umgibt mich. Kochbananen- und Maisplantagen sorgen hier für genug Essen. Per Motorrad oder auch manchmal per Fahrrad werden die Güter transportiert. Sichte ich ein PKW ist dieser zum Platzen überfüllt. Kaum ein Auto tuckert hier leer durch die Gegend ohne noch eine Gebühr für ein Transportgut einzustreichen. Im ersten Übernachtungsort Jinja steige ich am Abend völlig fertig vom Fahrrad ab. Mich plagen Glieder schmerzen und die Nachmittagshitze von 41°C haben mir deutlich zugesetzt. Ich messe meine Temperatur um Malaria auszuschliessen und tauche zur Erholung in einen Tiefschlaf ab.

Die Nacht hat die Schmerzen verschwinden lassen und ich sitze im Sattel um heute die Hauptstadt Kampala zu erreichen. Ausgangs Jinja überquere ich den Victoria Nil, ein Abfluss vom Lake Victoria der mit einer Staumauer geregelt wird. Nach 65 Kilometer quengeln sich immer mehr Verkehrsteilnehmer auf der Fahrbahn. Die Hitze, der Staub und der Lärm machen dieses Vergnügen von einer Stadteinfahrt zu einem Afrikaklassiker der mit der richtigen Einstellung ganz gut zu ertragen ist. An einer Abzweigung sichte ich die roten Buchstaben einer alt bekannten Supermarktkette aus Südafrika. Nach all den Tagen Rice & Beans ist das ein Tor ins Nahrungsparadies. Auf den ersten Blick eine surreale Welt, wo es nur das Beste vom Besten zu kaufen gibt. An der Kasse bekommt man dann die Kosten des Wortes Super zu spüren. Auf der Strasse könnten ich für die zwei drei in Plastik eingeschweisste Produkte drei Mahlzeiten finanzieren. In Afrika befinden sich in Supermarktketten die teuersten Produkte, weil die Beschaffung sehr teuer ist. Kaufe ich zuhause in einem Mini-Markt ein, sprengt das mein Budget. Wiedermal verkehrte Welt.

In Kampala widme ich meine Zeit der nächsten Etappe nach Afrika. Mein Entscheid fällt auf die Hong Kong Route. Doch davor düse ich ein letztes Mal (Versuch Nummer 3) in die äthiopische Botschaft um vielleicht hier mit etwas mehr Glück ein Visa zu erhalten. Doch die Empfangsdame lässt mich kühl, ohne mir auch nur die geringste Aufmerksamkeit zu widmen, abblitzen, weil ich kein Working- oder Residentpermit für Uganda besitze. Na dann kann ich jetzt den Flug nach Asien buchen. Ich koste erstklassige Salate und sogar ein Tiramisu in einem belgischen Restaurant. Es liegt in einer Shoppingmall-Oase direkt neben meinem Zuhause, wo ich sogar ein Kino besuchen kann. Beim ersten Betreten der anderen Welt haut es mich fast aus den Socken. Mein Blick war nicht vorbereitet auf solch einen Glitzertempel. Im Guesthouse treffe ich auf einen anderen Radler aber ohne Reisegepäck. Er versucht hier mit dem Fahrradclub ein Courier Dienst aufzubauen, um möglichst schnell Mahlzeiten oder Briefe per Fahrrad von A nach B durch die verstopften Strassen zu transportieren. Für mich war das eines der besten Beispiele einer Afrikanischen-Einmann-NGO, die wissen vermittelt und gleichzeitig vom ersten Tag an die Locals mitarbeiten lässt.

Meine letzte Afrikaroute führt mich in den Westen des Landes. Verkehr gibt es kaum, dafür umso mehr Hügel die ich hochstrample. Ein schäbiger Raum für 2 Fr. wird mein erstes Nachtlager. Beim Kochen besucht mich ein Händler und möchte meinen Europäischen-Kontakt für weitere Geschäfte. Er bleibt hartnäckig als ich im ersten Moment nicht gleich die Telefonnummer herausrücke. Er zückt ein gefaltetes Briefpapier aus seiner Hosentasche heraus und präsentiert mir das funkelnde Gestein. Olala, Goldstücke oder besser gesagt Goldkrümel. Ich fordere ihn gleich heraus und frage ob er den nicht Goldbaren anzubieten hätte? Naja, ich müsse einfach die Kilogrammzahl sagen, dann würden er und seine Freunde die gewünschte Menge aus dem nahe gelegenen Gestein herausspitzen. Okey simpel und einfach, die Beschaffung wäre organisiert. Beim Transport habe ich aber so meine Bedenken. Ich besitze kein Privatflugzeug und auch keinen Diplomatenpass, der Diplomatengepäck erlaubt, wo man solch heikle Fracht beipacken könnte. So zottelt mein Gast wieder ab. Er ohne Kontakt und ich ohne Gold ;-)

In drei Tagen erreiche ich Fort Portal. Von da führt die Strecke in den Süden. Ein Gebirge stellt hier die Grenze zwischen Uganda und der Demokratischen Republik Kongo (DRC). Ich frage einige Male wie es den so sei in der DRC. Im letzten Jahr sei nichts Besonderes vorgefallen. Aber klar jegliche Willkür der Bevölkerung sei dort noch vorhanden. Das erinnert mich an einen südafrikanischen Lastwagenfahrer, der sein Pass bei Polizeikontrollen nur am Fenster vorzeigt sonst müsse er anschliessend wieder 50$ bezahlen um ihn zurück zu erhalten. Und noch eine Story zur Willkür von einer Dame aus dem Guesthouse in Kampala. Ohne Probleme erhielt sie ihr Visa für die Einreise in die DRC. Doch als der Zöllner meinte, sie sei nun seine Frau und er würde jetzt den Grenzübergang kurz dicht machen, damit er sie begleiten könne, entschied sie sich für die Umkehr. Eben willkürliches handeln – Lust und Laune wird dort gross geschrieben. Trotzdem reizt es mich bis nach Kisangani zu fahren und dort auf ein Transportschiff zu steigen dass in 3 Wochen über den Kongo-River bis in den Westen des Landes tuckert. Ich habe gelesen dass soll ein einmaliges Abenteuer sein. Aber leider ist der Flug schon gebucht. Das ist wohl auch gesünder und der Fluss führt sicher noch ein paar Jahre Wasser.

Am Nachmittag stelle ich mein Rad oft unter ein Dach. Gegen drei Uhr bilden sich dunkle Wolkentürme und lassen kurz später alle ihre Wasservorräte nieder. Nach maximal einer Stunde ist es meistens vorbei. Heute war ich froh dass es nur 30 Minuten gedauert hat, den die Kinder bombardieren mich ununterbrochen mit der Frage: How are you? Ich bringe ihnen zum Glück noch eine zweite Variante bei: Are you fine? Und die dürfte nun nach jeglichen Wiederholungen gut in ihren Köpfen verankert sein. Heute Abend campiere ich ein letztes Mal und brauche mein Koch-Equipment. Ich sitze auf einer Anhöhe und habe einen guten Blick auf den Kanal, der die Seen [] im Queen Elizabeth Park verbindet. Ab und zu tauchen Augen und Nase von Hippos aus dem Wasser oder ich höre deren Grunzen. Später gesellen sich Mückenschwärme zu mir und ich flüchte in mein Zelt. Sie verirren sich zwischen meinem Innen- und Aussenzelt und summen noch eine ganze Weile bis sie in den Schlaf fallen. Das tönt dann wie in einem Bienenhaus. Der letzte Radeltag in Afrika wird noch besonders lang. 7:30h sitze ich im Sattel und steige aus der Seenebene über eine Kuppe in die nächste hinab. Zum Glück finde ich am Abend in Mbarara eine nette Bleibe in der mein Fahrrad ein eigenes Zimmer umsonst bekommt. Von hier bringt mich ein Bus zurück nach Kampala. Die Tage verfliegen im Nu. Ich radle noch mit drei grossen Kartonboxen auf dem Gepäckträger durch die Stadt und packe meinen Kram flugfertig ein. Wie immer gibt es noch ein Abschlussgeschenk für mich an der Grenze. Diesmal ist es der Kilogrammpreis für Übergepäck. 10 Kilogramm habe ich zu viel und 50$ sei der Preis pro Kilogramm. Ja besten Dank. Es wird mir jedoch freundlich geholfen und ich darf ins Büro vortreten wo gerade nach den Bestimmungen zum Fahrradtransport gesucht wird. Wie ein Wunder steht in irgendeinem Abschnitt, dass mit einem Fahrrad im Gepäck 10kg mehr transportiert werden dürfen. Auf der Waage stehen 50kg. 30kg sind erlaubt, mit Fahrrad also 40kg. Aber der Chef funkt einfach an den Checkin-Schalter herunter 10kg mehr sind erlaubt und so wird mein Bike ohne zögern gratis verfrachtet. Danke. Im Steigflug sichte ich nochmals den Victoria Lake und am Horizont ein Abschlussgewitter. ByeBye Afrika heisst das jetzt. Ein wunderbarer Kontinent, bei dem man trotz seinen Schwierigkeiten, als Reisender viel Wärme bekommt. Sei es vom Wetter oder von den vielen herzlichen Bewohnern.