Asien map

17'007 km's

998 hours

↗ 137'584 hm

The asian plan.
  •   2. HK - Frauenfeld
  •   1. Capetown - Kampala
Africa map

17'007 km's

998 hours

↗ 137'584 hm

The african plan.
  29. March 2015 - Arrived back home and stay a bit.
Cape Maclear - Karonga
◴ 19. Juli 2014 - 7. August 2014 (Veröffentlicht: 11.08.2014)   Roadmap
Fishermen Bay next to Nkhata Bay.
Malawi
Nach den vielen Faulenzertagen verlasse ich Cape Maclear auf der gleichen Strecke zurück an das Westufer vom Lake Malawi. Auch nach der Woche Strand wäre mein Zeitbudget immer noch gross genug, um den Süden von Malawi zu erkunden. Doch mein Kopf schafft es nicht entgegen meines Reiseplans in den Süden zu radeln. Zwei Tage kurve ich entlang des Sees durch die Landschaft. Leider kriege ich den See kaum zu sehen. Immer liegen Maisfelder oder Dörfer zwischen mir und dem Ufer. Verkehr gibt es kaum, weil die Bevölkerung sich kaum mehr als ein Fahrrad als Transportmittel leisten kann. Meine Nacht verbringe ich im Vorgarten einer Bauernfamilie. Der Hausherr versteht ein paar Brocken Englisch, die es mir ermöglichen ihm meine Reise näher zu erläutern. Er und ich teilen später eine grosse Portion Shima und eine Schüssel voll Fisch. Die Gräte isst man mit, so klein sind die Tiere. Ruhe finde ich erst spät, denn die streunenden Hunde stimmen noch zu einem nächtlichen Jaulkonzert an. Auch ans Ausschlafen ist hier nicht zu denken. Der Hahn schreit pünktlich um 5:30. Ich krieche etwas verstört aus dem Zelt und die ganze Familie schaut mir gespannt bei meinem Erwachen zu. Die mir offerierte Schüssel mit Warmwasser ist eine Wohltat. Im nu bin ich für die Weiterfahrt bereit.

Ein weiterer Ort zum Verweilen ist Senga Bay. Dieser Küstenort liegt 14km von der Hauptstrasse entfernt. Eine weitere Oase für Reisende. Meist findet man an diesen Orten die vermissten Leckereien. So gibt es hier Salat, Snickers und das lang ersehnte Butterbrot. Zwei Tage herrscht hier ein kräftiger Wind. Grössere Wellen rollen an die Küste, sodass die Fischer ihre Boote für diese Zeit parkieren müssen. Dies bietet Gelegenheit um den Fischern beim Netzknüpfen zu zuschauen und die Boote zu inspizieren. Ich kriege ein kurzer Crashkurs im Netzknüpfen und ein paar Maschen von mir treiben nun in den Nächten durch die See. Ich konnte es nicht ahnen, aber bald schon muss ich mein Fahrzeug ebenfalls parkieren. Der Lake Malawi ist für die Orte am Wasser die Lebensader. Was alles in dessen Tiefen entsorgt wird, möchte ich nicht genauer wissen. Dies wurde aber zum Problem für mich. Bei Abfahrt vergewisserte ich mich beim Auffüllen der Trinkflaschen bei einem Volontier ob das Leitungswasser trinkbar ist. Jaja, er habe keine Probleme damit. Leider vergewisserte ich mich nicht über die Herkunft und trank nun frisch fröhlich, wie ich später zu spüren bekam, Seewasser. Magenkrämpfe und eine gratis Entschlackung war das Elend der Geschichte. Ich fand in der Kuti Wildlife Range Unterschlupf und konnte mich einigermassen erholen. Geschwächt von diesem Seewassercocktail und das ewige Muzungu, Muzungu, Give me money!, Give me My money! und dergleichen Gequake, sowie der zweite Stein der mir hier um die Ohren flog (das habe ich in Malawi am wenigsten erwartet), stimmten mich am folgenden Tag richtig groggy. Aber auch solche Tage vergehen und verflüchtigen sich schnell aus dem Hirn.

Im Gebiet südlich von Dwanga ist man praktisch nie allein. Kaum ein paar Kilometer ohne ein Dorf, wo meistens ein reges Treiben stattfindet, aber irgendwie doch nichts geschieht. Unzählige Malawier sind arbeitslos, viele selbständig und wenige angestellt. Selbständig heisst es wird irgendwie versucht mit einem Mini-Markt, einer Popcornmaschine, Nähmaschine, Natels, Fisch, Tomaten oder irgend einer anderen Verkaufsmöglichkeit sein Lebensunterhalt zu bestreiten. Viele sitzen einfach nur da und schauen, was eben gerade passiert. Einer dieser sagt: Malawi liege an zweitletzter Stelle der ärmsten Länder. In Gesprächen erwähnen viele die Armut von Malawi. Mir bleibt es aber ein Rätsel wie ein Land, reich an Süsswasser, fruchtbarem Boden und den unzähligen Hilfsorganisationen, mehr krabbelt anstatt selber läuft. Fast in jedem Ort sichte ich die Schilder von Sponsoren für Hilfsprojekte: Roadwork, Watersupply, Nurseschools, Farmingschool und unzählige mehr. Die Logos von der EU, WorldVision oder US-Aid lächeln einem von den Schildern entgegen. Ich frage mich ob sie ihre Hilfe in einem maximalen Mass ausüben? Ihr Unternehmen wäre ja innert kürzester Zeit nutzlos.

Nun, trotz all ihren Sorgen und Lebensumstände sind die Malawier ein unglaublich freundliches Volk. An jedem Ort bin ich willkommen und ich kriege immer Hilfe wenn ich sie brauche. Sie haben praktisch für alles Verständnis und akzeptieren. Dazu gehört auch die Akzeptanz für die immer zu laut aufgedrehte Musik des Nachbarn. Klar, seit das Frauenhofer Institut das MP3 Format eingeführt hat, fehlen ein paar Frequenzen in den Musikstücken. Doch diese mit der Lautstärkereglung im maximal Anschlag zurückzugewinnen klappt beim besten Willen nicht. Abartig dieses Ächzen und Krächzen der Boxen. Amüsant sind auch manche Kleiderkombinationen. So tragen die Damen traditionell ein Tuch als Rock umgebunden. Wird dieses jedoch mit einem Manchester United Trikot kombiniert, höre ich schon die Sirenen der Modepolizei ☺
Mir fehlte ab und zu ein Nein oder eine Kritik, um sie besser einordnen zu können. Es war fast unmöglich aus dieser permanenten Freundlichkeit und ‚Every thing is ok’ mehr aus ihrem Alltag zu erfahren.

Zurück auf die Strasse. Nach Dwanga führt die Strecke wieder durch mehr Natur und die Muzungu-Rufe wurden weniger. Wie immer ist der Himmel blau, ein paar Wolken ziehen über die nahen Felsrücken und das Strampeln ist ein Genuss. Was will man mehr. Autofreie Strasse, Wasser rechts und links eine bewaldete Bergkette. Aja, heute hatte ich auch noch Rückenwind ☺ Am Horizont des Sees erblicke ich ab und zu eine riesige dunkle Wolke. Bald lernte ich, dass es sich um gigantisch grosse Seemückenschwärme handelt. Einer dieser landet nämlich in den Bäumen eines Dorfes und ein paar dieser Viecher schweben über der Strasse. Für mich heisst es: Mund zu und durch. Die Frauen scheint dass nicht zu kümmern. Mit Eimern bewaffnet, stürzen sie sich in den Schwarm, um die Leckerei einzufangen. Jeder weiss: Insekten sind hervorragende Eiweissspender.

Nkhata Bay wird mein nächster Aufenthaltsort für die nächste Woche. Ich sehne mich nach einem Bett und mein Magen nach leckerem Food. Mir wird ein Bungalow direkt am Ufer zugeteilt. Perfekt. Das Rauschen der Wellen wiegt mich jeweils in den Tiefschlaf und ich verbringe viele Lesestunden auf dem Balkon. Meinen Gaumen kann ich im Restaurant verwöhnen. Zu Spotpreisen gibt es hier tatsächlich Lasagne, Steinofenpizza oder ein riesiges Salatbuffet. Bin ich müde vom Lesen findet sich bestimmt jemand in der Bar für ein Quatsch und Tratsch. Viele verbringen hier einige Tage auf ihrer Reise nach Norden oder Süden. Ja, all dieser Luxus gestaltete das Verlassen des Ortes nach einer Woche nicht einfacher. Meist lassen mich solche Orte vergessen wo ich eigentlich bin. Erst wenn ich wieder mein Mittagessen in drei verschiedenen Shops einkaufe, ich als Muzungu bezeichnet werde und mich beim Futtern mindestens 2 Augenpaare anstarren weiss ich wieder wo ich bin.

Was man sich alles in einer Woche abtrainieren kann, lehrt mich die darauf folgende 50km lange Steigung nach Mzuzu. Sichtlich k.O. steige ich am Abend in den Schlafsack und spüre meine Beine noch nächsten Tages. Die Fahrt nach Mzuzu führt etwas abseits des Sees durch wunderbare Gegend im Landesinnern. Ein paar Berge, Abfahrten und Steigungen bringen Abwechslung in den Tag. Überrascht treffe ich auf zwei Franzosen, die mir entgegen Radeln. Gestern grüsste mich schon ein Chinese im Entgegenkommen. Gibt’s jetzt täglich Radfahrer zu Grüssen? Dies bleibt wohl die Ausnahme. Nach einer Nacht bin ich wieder zurück am See. Finde ein lauschiges Plätzchen direkt am Sandstrand wo ich mich ausbreite. Lauschig bleibt es bis am nächsten Morgen. Bevor ich meine Zelt Türe geöffnet habe, höre ich das erste Muzungu um 6:00 in der Früh. Ja prima, was wartet wohl vor der Tür? 5, 10 15 Kinder? Es bleibt bei vier Kids die früh morgens ihren Strandspielplatz aufsuchen und diesen neuen Muzungu-Spielkameraden vorfinden. Sie folgen jeder meiner Bewegung. Vom Pinkeln bis zum Fahrradpacken. Motiviert breche ich auf. Der Norden Malawis liegt mir besser und ich kann geniessen. Ein Teil der Strecke führt direkt am See entlang. Fischer kommen mir mit gebuckelten Schiffsmotoren und ihrem nächtlichen Fang entgegen. Bald schichten die Frauen den Fang auf Trocknungsablagen. Irgendwie müssten jetzt Möwen oder sonstige Vögel zum Futtern auftauchen. Aber alles bleibt ruhig und gelassen.

In Karonga, dem letzten grösseren Ort vor der Grenze zu Tansania, finde ich nochmals ein wunderbares Plätzchen, wo ich das liebgewonnene Bild der Fischboote geniessen kann. Die Boote mit Motor sind mit kleineren Kanus beladen und diese für das Nachtfischen mit Laternen ausgerüstet. Ich liege schon im Zelt als die Motoren aufheulen und die Fischer in die dunkle See stechen. In der Frühe werde ich von vielen Stimmen geweckt. Die Fischer sind zurückgekehrt und verkaufen ihren Fang abgemessen in Eimern. Damit beginnt ein neuer Tag. In Afrika steht jetzt die Sonne noch tief, bis sie gegen 9:00 aber sicher jedem von neuem den Schweiss aus den Poren treibt.



Chipata - Cape Maclear
◴ 6. Juli 2014 - 19. Juli 2014 (Veröffentlicht: 31.07.2014)   Roadmap
Morgen kommt sie wieder...
Malawi
In Malawi treffe ich auf eine andere Gewichtsklasse was die per Fahrrad transportierten Güter betrifft. Unglaublich was ein Stahlrahmen alles verkraften kann. Ich bin beeindruckt von den Leistungen der Holztransporteure. Einer ihrer Gattung sichte ich gleich nach der Grenze und sehe zu wie er seine Ware mühsam Meter für Meter vorwärts schiebt. Trotz den Strapazen bleibt immer noch Zeit für ein Lächeln und ein Winken. Bis Lilongwe sind es zwei Tage. Also Quasi eine Einführung in Malawi bis ich den Campingplatz in der Hauptstadt erreiche. Die Nacht dazwischen verbringe ich hinter einer Tankstelle. Ich bringe meinen Petrolbrenner direkt über den Benzintanks in Stellung und beginne mein Abendessen zuzubereiten. Idiot. Die Tankstelle steht zum Glück noch. Dank sei dem Tankwart. Er zeigt mir freundlich einen besseren Stellplatz für die Küche auf der entfernten Rasenfläche.

Bei Ankunft in Lilongwe wird gerade 50 Jahre Malawi gefeiert. Das Fussballstadion dient als Aufführungsplatz der Militärparade. Die waghalsigsten Besucher stehen auf der 5m hohen Mauer, um kein Augenblick ihrer Nationalgarde zu verpassen. Der Rest der Stadt bleibt ruhig. Grosse Ansprachen oder Feuerwerke fehlen hier gänzlich. Etwas mehr los ist auf dem Campingplatz. Dieser gleicht einem Lagerplatz bzw. Zeltstadt an einem Openair. Vier Schulklassen und eine Bibelgruppe nächtigen um das Hauptgebäude. Irgendwo mitten drin bin ich. Die eine Gruppe missioniert, die Schulklassen betätigen sich in lokalen Schulen oder einfacheren Bauprojekten. Toll dass die englischen Schulklassen hier ein Klassenlager veranstalten und es ihnen ermöglicht wird für ein paar Wochen Einblick in eine andere Kultur zu bekommen. In der Schweiz dürften mittlerweile immer weniger Klassen ihre Schulzimmer verlassen, um eine andere Gegend kennen zu lernen. Dank sei dem Papierkrieg und dem bürokratischen Galgen, der bei einem Unfall um den Hals gelegt wird. Die englischen Schüler Kochen selber, sind für ihr Budget verantwortlich und planen die Reisen im Malawi selber. Durch den Tag herrscht Ruhe, sind doch alle irgendwo ausserhalb beschäftigt. In der Stadt mache ich eine nette Bekanntschaft mit Enrico. Er ist in Sevilla mit seinem Drahtesel gestartet und gibt mir eine Menge guter Tipps für die bevorstehenden Länder. Es kommt noch besser. Am nächsten Tag fahren zwei Räder vor meiner Nase vor. Das ältere Pärchen im Pensionsalter (70 und 68 Jahre alt) folgt mir seit Lusaka. Reisende mit Auto erzählten mir jeweils von ihnen. In Lilongwe haben sich mich überholt. Ihre Reise führt sie von Capetown nach Dar Es Salam. Wir plaudern und tauschen einige der bereits gefahrenen Strecken aus. Ihr Streckenkatalog ist gross und wird jährlich für 6 Monate ausgebaut. Sie ziehen ohne mich weiter, da ich zuerst in den Süden will.

Lilongwe bietet wenig Aufregendes. Ich kann hier meine gebrochene Taschenaufhängung schweissen und kaufe die wichtigsten Leckereien ein, welche in diesen unzähligen Minishops nicht zu finden sind. Die Stadt verlasse ich nach 3 Tagen gegen Süden. Ich werfe einen letzten Blick auf die Schuh Wäscher, die hier die gespendeten Schuhe aus aller Welt, blitzblank Waschen und wieder verkaufen. Das wollte ich festhalten. Doch durch ihre boshaften Mienen und unverkennbaren Zeichen lies ich die gezückte Kamera schnell wieder verschwinden. Ob das mit dem Verkauf so ganz legal ist, weiss ich nicht? Es handelt sich ja um Spenden. Ein Kleiderverkäufer erzählt wie er jeweils ein Bündel Kleider kauft und dies auf dem Markt an die Leute bringt. Gleiches gilt wohl für den Schuhmarkt.

Nach Ausfahrt der Stadt beginnt eine schöne Szenerie der Landschaft. Weite Sicht und ein paar Berge lassen mich wieder freier atmen. Lilongwe ist eher eine hektische Stadt. Die nächste grössere, Dedza, liegt auf 1500m. Tatsächlich krame ich in dieser Höhe meine Windjacke hervor. Der Wind mit den Schweissperlen im Nacken lassen mich frieren. Am Abend finde ich wieder eine nette Tankstelle. Der Aufbau dauert hier noch an, deswegen darf ich in einem der Räume mein Nachtlager aufschlagen. Die nicht eingehängte Türe dient als Bett, worauf ich ohne Mühe in einen tiefen Schlaf verfalle.
Mein Kalender enthält noch zu viele Tage, die ich in Malawi verbringen kann. Trotzdem bin ich unschlüssig ob ich in den Süden fahren soll. Ich tue mich schwer mit Entscheiden, bin launisch und irgendwie müde. Das kalte Wetter gefällt mir hier oben gar nicht. So fallen die Würfel für das mediterrane Cape Maclear am südlichen Ende des Sees. Diese Entscheidung war gut. Kurz nach Dedza kurve ich 16km in die Ebene hinunter wo der Lake Malawi liegt. Grandios diese kurvige Abfahrt durch wunderbare Natur. Ein Genuss. Ich wünsche mir mehr solcher Tage. Rückblickend auf das Kap der guten Hoffnung müsste ich es ja mittlerweile wissen wie es um Geländeformationen für Capes steht. Trotzdem bin ich überrascht als sich die Strasse im letzten Abschnitt um einige Kap Berge schlängelt. Bei der Ankunft in Cape Maclear fühlte ich mich gleich zu hause. Mit einem Durst Löscher Bier blickte ich seit Durban wieder einmal auf ein grösseres Gewässer, das mich all die staubigen Tage vergessen liess. Grobkörniger Sandstrand und türkisch blaues Süsswasser erinnern mich an Küstentage in Südfrankreich oder an das kleine Mittelmeer zwischen Deutschland und der Schweiz. Zur selben Jahreszeit würde ich jetzt wohl an den Wochenende meine Füsse im Bodensee baden oder in einem Schlauchboot den Rhein hinunter gondeln. Dieser Badespass bleibt mir hier vergönnt. Eine lästige Spezies namens Bilharziose tummelt sich im Wasser. In einem Stadium befällt dieser Wurm den menschlichen Körper über Bohrlöcher in der Haut und nistet sich gemütlich in der Leber ein. Darauf habe ich zurzeit keine Lust und träume weiterhin in meinem Liegestuhl von Sansibar. Ins Wasser wage ich mich mit einem gemieteten Kajak. Ich kurve um die vorgelagerte Insel und lege mich auf warme Steinplatten an ihrer Küste. Der Tag ist ein wahrer Genuss. Durch die Wellen zu paddeln und Gedankenausflüge in alle Welt zu unternehmen gleicht dem Velofahren. Dieses Sein möchte ich nicht missen.

Die Tage verfliegen hier im Nu. Ich bin fast schon Spezialist im nichts tun. An manchen Tagen gaffe ich einfach zwei Stunden auf den See hinaus, als warte ich auf ein Schiff das mich von der einsamen Insel abholt. Meine Blicke haften dabei oft an den kleinen vorbeiziehenden Fischerkanus. Ihre Kapitäne paddeln wie wild und kommen langsam vorwärts. Der Fischfang ist hier Hauptnahrungsquelle vieler Familien. Alle Fischgrössen werden nach hause gebracht. Eine Grössenbeschränkung gibt es nicht. Sie ist auch nicht nötig bei diesen Fangquoten. Schwenke ich meinen Blick nach rechts, kann ich den Frauen beim Waschen zu schauen. Kleider, Kinder, Geschirr, Tücher, ja alles was ein neuer Glanz benötigt, erhält ein Bad im See. Mit Joe aus Neuseeland proste ich jeweils auf den Sonnenuntergang und schiesse ein paar Bilder. Am Horizont flackern in der Dunkelheit die Schiffslaternen der Fischerboote. Mit diesen Lichtern könnte es ein Küstenabschnitt im südlichen Spanien sein. Bald kehrt in der Bucht Ruhe ein. Ich lege mich meist früh in mein Zelt, um gut erholt einen weiteren Tag des Nichts tun in Angriff zu nehmen.